Das Weltretterprinzip: Festgottesdienst mit Stammapostelhelfer Mutschler in Hildesheim

Der Festgottesdienst am 2. Advent 2025 wurde für den Apostelbereich Mitte-Nord von Apostel Ralf Vicariesmann zu einem besonderen Ereignis: Stammapostelhelfer Helge Mutschler besuchte die Gemeinde in Hildesheim und versetzte Bischof Dirk Hiddessen nach 38-jähriger ehrenamtlicher Amtstätigkeit in den Ruhestand. Die Gemeinden des Apostelbereichs feierten den Gottesdienst live per IPTV mit.

Das Bibelwort aus dem ersten Johannesbrief, Kapitel 4, dem 14. Vers, bildete die Grundlage des Festgottesdienstes:

„Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt.“

Stammapostelhelfer Mutschler stellte einen viel gehörten und zitierten Satz zu Beginn des Gottesdienstes in den Mittelpunkt: „Einen Weltretter bräuchten wir!“ Dieser Satz beschreibt eindringlich die Sehnsucht der Menschen nach einem „Weltretter“ angesichts der Krisen und Ungerechtigkeiten der Gegenwart – eine Sehnsucht, die schon zur Zeit Jesu vor 2.000 Jahren existierte, so der Stammapostelhelfer. Damals lebten die Juden unter römischer Unterdrückung und hofften auf einen Messias, der politische Befreiung und Ordnung bringen würde. Doch der wahre „Retter der Welt“ kam anders als erwartet: nicht als mächtiger Herrscher, sondern als Kind in ärmsten Verhältnissen – demütig und hilflos, aber voller Liebe.

Jesus zeigt mit seinem Leben ein vollkommen anderes „Weltretterprinzip“, führte der Stammapostelhelfer aus: Nicht mit Macht, Gewalt und Distanz, sondern mit Nähe, Mitgefühl, Beziehung und Liebe. Er wandte sich allen Menschen zu – den Armen, Verachteten und Sündern ebenso wie denen, die ihn verrieten oder verletzten. Der Kern seines „Welterrettungsprinzips“ liegt darin, Gemeinschaft zu schaffen und Liebe zu leben, anstatt zu herrschen. Diese Liebe ist das eigentliche Wesen des Himmels – Nähe, Verbundenheit, Vertrauen, wie zwischen Mutter und Kind. So soll der Ruf „Komm, Herr Jesus“ nicht aus Eigennutz oder Angst, sondern aus Liebe zu Christus erfolgen: aus dem Wunsch nach Gemeinschaft mit ihm.

Seine Wiederkunft wird schließlich als Akt der Liebe beschrieben, nicht des Schreckens. Er wird kommen in Demut und Herrlichkeit, deren wahre Macht die Liebe ist. Diese Liebe überwindet Angst, bringt Frieden und zeigt, dass Jesus – und nicht menschliche Macht – der wahre Weltretter ist.

Bischof Dirk Hiddessen

Der Bischof stellte in seinem letzten Predigtbeitrag vor seiner Ruhesetzung heraus, dass es darum gehe, wie weit dieser Retter trotz aller Sorgen und Probleme in der persönlichen Welt angekommen ist – in den Gedanken und Gefühlen. Der Retter möchte Herr in den Gedanken sein – größer als alle Ängste und als Trost in der Verzweiflung. Auch in der Gefühlswelt soll er Raum haben, betonte der Bischof, damit Wünsche, Träume und Entscheidungen von seiner Liebe geprägt werden. „Es liegt an uns, wie viel Platz wir ihm geben.“

Diese Nähe wachse durch Beziehung – durch bewusstes Suchen, Sprechen und Vertrauen. Wie kleine Kinder ihren Eltern völlig vertrauen, so darf man Gott kindlich vertrauen, ihn fragen und auf seine Antwort warten. Denn im Glauben ist es gut, ein Kind zu bleiben – fragend, vertrauend, abhängig von seinem Rat und seiner Liebe, schloss Bischof Hiddessen.

Bezirksapostel Rüdiger Krause

Aufgrund seines Ruhestands am darauffolgenden Sonntag (14. Dezember 2025) erlebte die große Festgemeinde auch einen letzten Predigtbeitrag von Bezirksapostel Rüdiger Krause im Apostelbereich im aktiven Dienst.

Der Bezirksapostel stellte den Gegensatz zwischen der göttlichen Welt „von oben“ und der irdischen Welt „von unten“, die von Ungerechtigkeit und Sünde geprägt ist, heraus. Der Mensch steht im ständigen Kampf gegen dieses Böse und erkennt, dass er allein nicht bestehen kann – nur Gott kann letztlich „von oben“ eingreifen und Frieden schaffen.

Gott habe immer im besten Sinn „von oben herab“ gewirkt, so der Bezirksapostel: Er sandte seinen Sohn, wie auch in biblischen Bildern – Maria zu Elisabeth, die Stadt Gottes aus der Offenbarung – alles kommt von oben herab. Diese Richtung symbolisiert göttliche Rettung und Gnade.

Bezugnehmend auf das Bibelwort und das Zeugnis des Apostels Johannes hob der Bezirksapostel nochmals hervor, dass er als glaubwürdiger Zeuge bestätigen konnte, dass Gott seinen Sohn als Heiland gesandt hat. Dieses Zeugnis gebe gerade auch den Gläubigen heute Gewissheit und Sicherheit im Glauben, schloss der Bezirksapostel.

Ein besonderes Fest in der Gemeinde

Der Stammapostelhelfer feierte im Festgottesdienst auch das Heilige Abendmahl für die Entschlafenen für den gesamten Bezirksapostelbereich. In seinen einleitenden Worten zu dieser Handlung war es dem Stammapostelhelfer ein Anliegen, an diesem Sonntag besonders zweier Gruppen Entschlafener zu gedenken. So bat er die große Festgemeinde im Apostelbereich nachdrücklich, vorurteilsfrei gegenüber allen Glaubensschwestern und -brüdern zu sein, die ihrem Leben selbst ein Ende bereiteten. Die zweite Gruppe, die der Stammapostelhelfer ansprach, sind die vielen Sternenkinder, an die man besonders an jedem 2. Advent als Gedenktag erinnert.

Zum Festgottesdienst kamen aus Anlass der Ruhesetzung des Bischofs neben dessen Familie und Freunden auch viele Weggefährten, darunter Bezirksapostel i.R. Wilfried Klingler, die Apostel i.R. Achim Burchard und Edmund Stegmaier sowie die Bischöfe i.R. Wilfried Sommer, Rainer Knigge und Wolfgang Novicic. Viele weitere verbanden sich mit Bischof Hiddessen in der apostelbereichsweiten Übertragung.

In Verbindung stehender Artikel anlässlich des Ruhestands von Bischof Dirk Hiddessen auf der Webseite der Gebietskirche Nord- und Ostdeutschlands.