Senioren reisen zu Land und zu Wasser

„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ So erging es der Seniorengruppe Nordwest-Harz nach ihrer diesjährigen Reise, die nach Potsdam, Berlin und in den Spreewald führte.

1. Reisetag: 23. August 2012

37 Senioren aus den Gemeinden Bockenem, Seesen-Rhüden, Seesen und Goslar machten sich mit ihrem Reiseleiter, Priester i.R. Roland Kohlhoff, auf eine 3-tägige Reise nach Potsdam, Berlin und in den Spreewald. Bei herrlichem Sommerwetter stiegen die ersten Teilnehmer in prächtiger Stimmung um 7 Uhr in den Bus. Leider konnten zwei angemeldete Mitfahrer krankheitshalber nicht mitfahren, unter ihnen der Seniorenbeauftragte Edgar Kohlhoff, der uns aber einen herzlichen Gruß mitschickte und eine freudige schöne Fahrt wünschte. Dann ging es los.

Der erste Zielpunkt wurde gegen 12 Uhr erreicht: Ein historisches Restaurant in Potsdam-Babelsberg. Dort war eine Stunde Mittagspause. Der bestellte Potsdamer Stadtführer stieg hier zu, um uns bei einer Stadtrundfahrt und -besichtigung von Potsdam die Sehenswürdigkeiten und interessanten Dinge der Stadt aus der früheren Zeit und der Gegenwart zu zeigen und zu erzählen. Unter anderem besichtigten wir das Holländische Viertel und die Russische Kolonie, den Schlosspark, die Anlagen und den Weinberg vor dem Schloss Sanssouci. Hier lebte der „Alte Fritz“ (Friedrich II von Preußen) längere Zeit und starb im Schloss vor etwa 225 Jahren. Der Rundgang führte uns auch zur Gruft des großen Königs. Die Potsdam-Führung beendeten wir mit einem kurzen „Stopp“ an der Glienicker-Brücke. Diese Brücke wurde als Nahtstelle zwischen Ost und West bekannt, im Kalten Krieg genutzt als Agentenaustausch-Punkt.

Weiter ging die Fahrt zur Avus, in Richtung Berlin. Ziel war das Olympia-Centrum Berlin mit Stadion, Glockenturm, Haus des Sportes und Waldbühne. Nach einem Besichtigungs-Halt, bei dem einige von uns auf dem Glockenturm waren, ging es über die Ost-West-Achse in Richtung Berliner Innenstadt. Bei dem schönen Wetter konnten wir die glänzende „Gold-Else“ auf der Siegessäule schon von weitem erkennen. Dann ging die Fahrt weiter Richtung Berliner Reichstag und Brandenburger Tor, am Tor vorbei Richtung "Unter den Linden" und weiter zum Alexanderplatz. In der Nähe der Frankfurter Allee, früher die bekannte Stalinallee, war unser Hotel. Nach der Ankunft im Hotel und der Übernahme der Zimmer trafen wir uns wieder zum gemeinsamen Abendessen im Hotelspeiseraum. Nach vielen Gesprächen und gemeinsamer Unterhaltung ging dann der erste Reisetag zu Ende.

2. Reisetag: 24. August 2012

Nach dem Frühstück im Hotel stand für diesen Tag die Spreewaldfahrt auf dem Programm. Um 9 Uhr rollte unser Bus vom Hotelparkplatz. Auf den Weg zum Spreewald konnten noch einige interessante Punkte eingebunden werden: Zuerst fuhr der Bus zur Neuapostolischen Kirche Berlin-Lichtenberg in der Münsterlandstraße. Hier konnten wir einen Blick auf die Kirche werfen, die in der Vergangenheit als Ersatz für die Kirche in der Normannenstraße gebaut wurde, die für einen Regierungsbau weichen musste. Unser nächstes Ziel war die Baustelle des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg. Der Bus fuhr sehr nahe an die Baustelle heran. So konnten wir einiges vom neuen Flughafen sehen: Eine gewaltige Anlage mit vielen bereits fertigen, aber auch und noch vielen im Bau befindlichen Flughafenteilen.

Wieder ging es auf die Autobahn in Richtung Spreewald. 35 km südlich von Berlin machten wir einen weiteren Abstecher. Ziel war Tropical Islands (in Halbe/Krausnick). Auf einem ehemaligen Militär-Flughafen wurde im Jahr 2000 die größte freitragende Halle der Welt für Zeppelin-Luftschiffe gebaut. Heute ist daraus eine tropische Super-Freizeitanlage mit einer Länge von 360 m, einer Breite von 210 m und einer Höhe von 107 m geworden. Unser Bus hielt direkt vor der Tür, und wir konnten zur Besichtigung in die riesige Halle hineingehen. Wir alle haben erst mal nur gestaunt. Eine Riesenhalle, in der alles geboten wird, was es im Bereich Südsee gibt: Ein Tropendorf, Regenwald mit 50.000 Pflanzen, die Bali-Lagune und die Südsee zum Baden mit dem 200 m breiten Sandstrand. Auch das Klima und der gesamte Innenausbau sind nach tropischem Vorbild eingerichtet.

Nach diesem Abstecher ging es direkt in den Spreewald nach Lübben. Lübben ist das Tor zum Spreewald. Nach einer Fahrt durch den Ort ging es zur Paul-Gerhardt-Kirche am Markt. Paul Gerhardt (1607 bis 1676), ein tiefgläubiger Mann, war die letzten Jahre seines Lebens in Lübben als Pfarrer in der Marktkirche tätig. Er ist der Dichter vieler Lieder, die auch im neuapostolischen Gesangbuch zu finden sind. In der Kirche befindet sich eine Sammlung von christlichen Gesangbüchern aus der ganzen Welt, in denen Lieder von Paul Gerhardt enthalten sind.

Von Lübben ging es weiter durch den Spreewald nach Lübbenau. Dort stiegen wir dann in den Spreewald-Molly, einen lustigen Zug mit zwei Anhängern, der uns über die Straßen von Lübbenau zum Ortsteil Lehde fuhr. Dort war im Spreewaldhof der Tisch zum Mittagessen gedeckt. Nach dem Essen starteten wir mit zwei Booten zur eineinhalbstündigen Spreewaldkahnfahrt. Während der Fahrt gab es etliche Informationen zum Thema Spreewald und Umgebung. Bei lockerer Stimmung lachten wir viel und herzlich. Nach der Rückkehr zum Spreewaldhof wartete die Wirtin schon mit Kaffee und Kuchen auf uns. Danach ging es wieder mit dem Spreewald-Molly zum Busparkplatz zurück. Mehrfach wurde der Wunsch geäußert, die bekannten Spreewaldgurken mitzunehmen. Bei der Ausfahrt aus Lübbenau nutzen wir die Möglichkeit zum Einkauf dieser örtlichen Spezialität. Mit dem Bus ging die Fahrt zurück zum Hotel.

Nach einer kurzen Erholungspause im Hotel fuhr uns der Bus noch zu einer Abendfahrt in Richtung Alexanderplatz. In einem Berliner Lokal waren Plätze bestellt, wo es das Abendessen gab.

3. Reisetag und Abreisetag: 25. August 2012

Ein Abreisetag ist immer etwas Besonderes. Nach dem Frühstück hieß es für alle: Koffer packen, Zimmer räumen, Schlüssel abgeben, Koffer zum Bus. Alles hat wunderbar geklappt.

Um halb zehn kam der bestellte Stadtführer, um mit uns eine Stadtrundfahrt zu machen. Er erklärte und zeigte uns vieles von Berlin und wies auf besonders interessante Dinge hin. Zwischendurch kleiner Halt mit Spaziergang zum Füße vertreten. Gegen 12 Uhr erreichten wir mit dem Bus den Stadtteil Charlottenburg und machten dann eine Rundfahrt beim Schloss Charlottenburg. Dann war es Zeit, uns zur Schiffsanlegestelle „Schlossbrücke“ zu bringen. Hier startete unsere Spree-Fahrt bei Kaffee und Kuchen. Es begann die etwa 90-minütige Berlin-Besichtigungstour mit dem Schiff, vorbei am Fraunhofer-Institut, dem Spreebogen, am neu erbauten Innenministerium in Berlin-Moabit, am Reichstag, durch das neue Regierungsviertel und das „Haus der Kulturen der Welt“. Mit einem Blick auf das Schloss Bellevue und die Siegessäule ging es weiter. Bald konnten wir den neuen Hauptbahnhof sehen, den Berliner Dom, die Museumsinsel und das älteste Wohngebiet Berlins, das Nikolaiviertel, bis hin zur Jannowitzbrücke. Hier erwartete uns der Bus, der uns anschließend zum Reichstagsgebäude fuhr. Die Seniorengruppe war zur Besichtigung der Reichstagskuppel angemeldet. Bei der anschließenden Einlasskontrolle hieß es Personalausweise bereithalten. Die Kontrolle war schnell gemacht und dann wurden wir von freundlichen Helferinnen in Empfang genommen. Mit dem Aufzug konnten wir zur Dachterrasse hochfahren. Alle bekamen einen elektronischen Führer. Über Kopfhörer wurden uns Erklärungen, Erläuterungen und Hinweise zum Bundestag und zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt Berlin, die gerade im Blickfeld lagen, gegeben. Bei dem schönen Sommerwetter hatten wir einen traumhaften Rundum-Ausblick über die Schönheiten der Stadt.

Nach unserer Rückkehr zum Bus fuhren wir noch eine Abschiedsrunde durch Berlin in Richtung Autobahn, mit dem Ziel Heimfahrt. Auf einem der ersten Parkplätze gab es noch einen Überraschungs-Stopp: Unser Reiseführer verteilte zur Erinnerung an die schöne Reise Berliner Bären, die das Hotel für unsere Senioren-Gruppe mitgegeben hatte.

Nun ging es endgültig nach Hause, und gegen 19.30 Uhr waren wir Senioren nach einer schönen, freudigen und erlebnisreichen Reise wieder zu Hause.

Text: R.K., R.F. / Fotos: H.K.