Vorsteherwechsel in Bockenem

Nach 30 Jahren gab es in der Gemeinde Bockenem wieder einen Vorsteherwechsel: Priester Roland Kohlhoff wurde nach Erreichen der Altersgrenze in den wohlverdienten Ruhestand versetzt und Bezirksevangelist Holger Bickel als neuer Vorsteher beauftragt.

Apostel Burchard legte dem Gottesdienst das Wort Johannes 13,7 zugrunde:

„Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.

Der Apostel ging zu Beginn auf das Lied der Sänger ein, in dem es u.a. heißt: „Deiner Gegenwart Gefühl sei mein Engel, der mich leite“ (CM 230, 3). Das haben wir in der hinter uns liegenden Zeit immer wieder erlebt. Die Gegenwart Gottes ist eine Kraftquelle, aus der wir schöpfen können in den unterschiedlichsten Belangen des Alltags. - Drei Tage zuvor war eine Glaubensschwester, die vier Jahre im Wachkoma gelegen hatte, verstorben. Darauf Bezug nehmend sagte der Apostel, dass der Tod nichts Normales und im Grunde nicht von Gott gewollt ist, dass aber der Glaube hier trösten soll. Es kommt die Zeit, wo wir wieder zusammen sind und des irdischen Leids nicht mehr gedenken.

Im Bibelwort ist von der Fußwaschung die Rede. Jesus tat die niedrigste Arbeit, welche damals eigentlich Sklaven verrichteten. Petrus sagte: „Herr, das passt nicht, dass du mir die Füße wäschst. Jesus sagte dann: „Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; du wirst es hernach erfahren.“ Abraham verstand erst auch nicht, warum er alles verlassen musste und später seinen Sohn opfern sollte. Später, als sich die Zusammenhänge klärten, erkannte er, warum alles so sein musste. Das Gleiche lesen wir auch bei Hiob, der Zeit brauchte, um zu verstehen, warum Gott das alles zugelassen hat. Erst dann konnte er sagen: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt(Hiob 19, 23).

Im Weiteren führte der Apostel aus: Ein wichtiger Punkt ist das Einander-Dienen. Es gibt keine perfekte Gemeinde, in der alles funktioniert, wo alles schön ist. Natürlich gibt es Schönes und Gutes im Miteinander. Aber sind wir Realisten und erkennen doch auch, dass wir uns manchmal schädigen durch Wort und Tat. Es sind oft nur Kleinigkeiten. Wir wollen dann nicht den Stab über den Nächsten brechen, sondern das Beispiel Jesu anwenden: „Der Größte unter euch soll euer Diener sein (Matthäus 23, 11). Wir brechen uns keinen Zacken aus der Krone, wenn wir uns beugen und dienen. Jesus sagte an anderer Stelle: „Tu das, so wirst du leben“ (Lukas 10, aus 28). Es heißt in einem Lied von den Edlen: „Sie ziehn die Gesunkenen liebend hinauf; aus ihrer Liebe geht Liebe auf“ (CM 275). Die Frage wollen wir uns stellen: Können wir das schon? Das ist eine schöne Aufgabe, einander in Liebe zu dienen.

In diesem Gottesdienst dienten Priester Roland Kohlhoff und Hirte Toni Boubenicek mit.

Nach der Inruhesetzung des Vorstehers Roland Kohlhoff wurde Bezirksevangelist Holger Bickel für die Gemeinde als neuer Vorsteher beauftragt.

Der Männerchor sang für den alten Vorsteher noch das Lied: Nur so wie du, Herr Jesu, möcht ich werden.


H.K.

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