Sommerkonzert in Seesen

Ende Juni hatte das Orchester der Gemeinde Seesen zu seinem Sommerkonzert eingeladen. Als Einlage erklang das humoristische "Duo economic" von C.E. Graf: Die Solisten Wiebke Gernhöfer und Constantin Brämer spielten dieses Duo auf nur einer Violine.

Das Orchester der Gemeinde Seesen hatte am 30. Juni 2007, einen Tag vor dem Gottesdienst für Entschlafene, zu einem Konzert eingeladen. Die Musikerinnen und Musiker konnten sich über eine große Zuhörerschar freuen. Unter der Leitung von Arno Borchert, der auch durch das Programm führte, erklangen überwiegend bekannte Melodien des Barock, der Klassik und der Romantik.

Den feierlichen Auftakt des Konzerts bildete das Prelude aus "Te Deum" von M.A. Charpentier, gefolgt von Choralvariationen über "Nimm du mich ganz hin". Mit dem Allegro aus dem "Frühling" der "Vier Jahreszeiten" von A. Vivaldi in einer Bearbeitung von N. Hare schlossen sich daran fröhliche Klänge an.

Das Orchester spielte beschwingt ein schon beinahe als Scherzo angelegtes "Menuett" von L.v. Beethoven, ließ aber auch ruhigere Klänge mit einem eigenen Arrangement der "Träumerei" von R. Schumann hören. Beim "Chanson triste" von P.I. Tschaikowsky übernahmen die tiefen Streicher das Eingangsthema. Es gelang eine Interpretation, die den melancholischen Charakter des Stückes gut zur Geltung brachte.

Der letzte Teil der Vorträge führte besonders auf den Gottesdienst am nächsten Tag hin. Einen zentralen Platz nahmen dabei die Spiritualvariationen "Amazing grace" ein. Die Eindringlichkeit der Musik und die im Programmheft abgedruckte Textübersetzung luden den Zuhörer dazu ein, sich mit der Größe göttlicher Gnade zu beschäftigen.

Zum Musizieren gehört selbstverständlich auch das Singen. Und so bildete sich für "Zum Gloria" aus "Deutsche Messe" von F. Schubert aus dem Orchester ein vierstimmiger Chor. Die von J. Dantonello komponierte Begleitung erklang dazu in kammermusikalischer Besetzung.

Ein außergewöhnliches Stück stand unter der Bezeichnung "Duo economic" auf dem Programm. Wiebke Gernhöfer und Constantin Brämer gaben nach einigen Takten des von Ch.E. Graf komponierten Violin-Duos vor, dass eine der Violinen defekt sei und sie nun notgedrungen das Duo gemeinsam auf nur einer Violine spielen müssten. Das gelang ihnen nicht nur hervorragend, es brachte ihnen auch einen besonderen Applaus für die humoristische Einlage ein.

Das Orchester ist seit dem letzten öffentlichen Auftritt wieder größer geworden. Erstmals im Orchester musizieren konnten beim diesjährigen Sommerkonzert Tobias Ahlfeld (11 Jahre) mit Trompete und Melina Falk (11 Jahre) mit Sopranflöte. Dass auf die Förderung des musikalischen Nachwuchses besonderer Wert gelegt wird, zeigte insbesondere auch das Debüt von Lennart Irmer (15 Jahre) an der Orgel. Er spielte Toccata und Fuge d-moll BWV 565 von J.S. Bach. Barnabas Irmer (12 Jahre) trug "Sérénade espagnole" am Violoncello vor und wurde dabei von Anke Gernhöfer am Klavier begleitet.

Die Vortragsfolge schloss mit Choralbearbeitung und Variationen von "Auf ewig bei dem Herrn". Die Zuhörer bedankten sich mit stürmischem Applaus und wurden mit der Zugabe "Die Himmel rühmen" von L.v. Beethoven verabschiedet.

P.B.

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