Gemeinsame Konfirmandenfreizeit auf Schloss Hundisburg

Neun Konfirmanden aus den Gemeinden Lehre, Wolfsburg und Schöningen erlebten eine dreitägige Konfirmandenfreizeit auf Schloss Hundisburg.

Kaum bekannt ist die Hundisburg in der Nähe von Haldensleben in Sachsen-Anhalt. Und doch zählt die zum Schloss umgestaltete historische Anlage zu den imposantesten Bauwerken des Braunschweiger Barock.

Die Torhausherberge auf Schloss Hundisburg war am 3. Oktober 2008 das Ziel von neun neuapostolischen Jugendlichen aus den Gemeinden Lehre, Schöningen und Wolfsburg. Die 14-15 jährigen erlebten hier mit ihren Konfirmandenlehrern eine dreitägige Konfirmandenfreizeit. Die Freizeit stand unter dem Motto: "Der Herr ist unser Vater und wir alle sind seiner Hände Werk" (vgl. Jesaja 64.7).

Im theoretischen Teil des projektartig angelegten Unterrichts stand der biblische Bericht von dem Propheten Jeremia, der von Gott beauftragt wird, in das Haus des Töpfers zu gehen. Beim Zuschauen wird ihm klar: "Mein Volk ist in Gottes Hand wie der Ton in der Hand des Töpfers. Gott kann mit uns immer wieder neu anfangen."

Am Samstag konnten die Jugendlichen dann eigene Erfahrungen mit dem Werkstoff Ton sammeln. Unter Anleitung einer erfahrenen Töpferin wurden Gefäße und kreative Kleinplastiken hergestellt. Nicht jede Formgebung gelang auf Anhieb. Manchmal musste die Form zerstört und neu aufgebaut werden. Die Worte des alten Propheten gewannen dadurch an Vorstellungskraft.
Eine Führung durch die Museumsziegelei in Hundisburg bildete den Abschluss dieser Unterrichtseinheit. Viel körperliche Arbeit war damals notwendig, um einen Ziegel herzustellen. An der Führung nahm auch Bezirksevangelist Bernd Vicariesmann teil, der extra aus Schöningen angereist war.

Zurück auf der Hundisburg erlebten die Jugendlichen einen weiteren Höhepunkt dieses Tages. Buntes Markttreiben mit Saftpressen, Ausstellung und Bestimmung alter Obstsorten und vielen Aktions- und Verkaufsständen erfüllte den Platz unterhalb ihres Wohnquartiers. Den vielfältigen kulinarischen Angeboten konnte sich niemand entziehen. Die "Obsttage auf Schloss Hundisburg" bildeten einen schönen Einstieg in das Erntedankfest am Sonntag, den 5. Oktober. Nach einem besonderen Dankeschön für die vielen Gaben auf dem Frühstückstisch und der Freude auf den bevorstehenden Erntedank-Gottesdienst machte sich die Gruppe auf den Weg nach Gardelegen. In der Kirche wartete schon der Vorsteher auf die Jugendlichen und hieß sie herzlich willkommen.

Die vielen Impulse aus dem Gottesdienst des Bezirksapostels am Sonntag konnten kaum verarbeitet werden, weil schon der nächste Programmpunkt auf die Gruppe wartete: der Besuch der Gedenkstätte in Gardelegen. Mit bewegten Worten schilderte Evangelist Gernot Oppermann die Tragödie, die sich hier in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges ereignet hatte: Weit über 1000 KZ-Häftlinge fanden in der Feldscheune von Gardelegen einen grauenhaften Tod. Auf dem Gräberfeld mit den vielen weißen Kreuzen suchten die Jugendlichen vergeblich nach einem Namen, den sie stellvertretend für alle anderen mit in das Gebet nehmen konnten.

Zurück in der Kirche erwartete die Gruppe eine weitere Überraschung: Jugendliche aus der Gemeinde hatten bereits den Tisch gedeckt und Schwester Jutta Oppermann tischte auf, was sie bereits zu Hause vorbereitet hatte: Pizza, Nudelauflauf, Kartoffelsuppe mit Würstchen und zum Schluss Kuchen mit heißen Kirschen und frischer Schlagsahne. Alle waren begeistert. Für die hungrigen Jugendlichen war es ein kulinarisches Gedicht. Ihre Dankbarkeit kannte kaum Grenzen.
Angefüllt mit vielen Eindrücken, mit Freude und großer Dankbarkeit machte sich die Gruppe auf den Heimweg. Auch schöne Tage gehen einmal zu Ende.

E.B.


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