Andacht unter Tage

Zur Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene besuchte die Gemeinde Ildehausen das Bergbaumuseum in Bad Grund. Dort wurde im Rahmen einer Andacht "im Berg" besonders der im Bergbau ums Leben gekommenen Menschen gedacht und "unter Tage" für die unerlösten Seelen in der Ewigkeit gebetet.

Samstagnachmittag, der 1. November 2008. Ein grauer Novembertag, an dem sich fast die ganze Gemeinde Ildehausen auf den Weg nach Bad Grund machte, um das dortige Bergbaumuseum zu besuchen, das eigens für die Andacht der Gemeinde reserviert worden war.

Begrüßt wurde die Gemeinde durch den Stv. Vorsitzenden des Bergbau-Fördervereins, Herrn Richard Laux, der einen kurzen Einblick in das Leben eines Bergmanns und in den Bergbau im Harz gab. Hirte i.R. Hermann Höfert ergänzte die Ausführungen und machte deutlich, welchen Gefahren die Bergleute in der alten und der modernen Bergbauzeit ausgesetzt waren.

Auch Zahlen über die im Bergbau verunglückten Bergleute wurden genannt. So sind nach überlieferten Zahlen in früherer Zeit, in der die Bergleute noch über Leitern in den Berg "fuhren" ca. 100 Bergleute in einem Jahr tödlich verunglückt. Dieses geschah meist beim Ausstieg aus der Grube, weil die Erschöpfung nach 12 bis 14 Stunden Arbeit einfach zu groß war. In Bad Grund sind in der moderneren Zeit von 1950 bis zum Ende des aktiven Bergbaus im Jahr 1992 ca. 40 Bergleute ums Leben gekommen, ebenfalls überwiegend durch Sturz in den Förderschacht.

Nach den Ausführungen und einigen vom Chor der Gemeinde bewegend vorgetragenen Liedern ging es "unter Tage", um dort in einer Steigerstube Eindrücke vom Leben "im Berg" aufzunehmen.

Höhepunkt der Andacht war das vom Vorsteher Priester Friedrich Borchert gesprochene Gebet für unerlöste Seelen in der jenseitigen Welt, die bei ihrer Arbeit plötzlich aus dem Leben geschieden sind. Die Gegensätze "Kaltes Gestein" und "Warme Herzen" prägten das Gebet der Fürbitte und der Barmherzigkeit.

Die anwesenden Kinder durften im Anschluss noch Steinchen sammeln. Diese wurden dann später zum Schmuck des Altars verwendet. So konnten die Eindrücke vom Bergbau mitgenommen werden in den Gottesdienst für Entschlafene.

V.H.