Sommerkonzert zum 90-jährigen Jubiläum der Gemeind

Anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Gemeinde Seesen gab das Gemeindeorchester ein abwechslungsreiches Konzert mit Musik von Händel bis Jenkins.

Anlässlich des 90-jährigen Bestehens gab das Orchester der Gemeinde am 14. Juni 2009 ein abwechslungsreiches Konzert. Die Kirche war bis in die hinteren Reihen besetzt, als das Instrumentalensemble unter der Leitung von Arno Borchert Orchestermusik von Händel bis Jenkins vortrug.

Das Konzert begann heiter und beschwingt mit Mozarts Sonate in F, einer der so genannten Kirchensonaten. Es folgten Choralbearbeitungen und Variationen von "Näher, mein Gott, zu dir" und "Nimm du mich ganz hin". Arno Borchert stellte in seiner Moderation heraus, dass Beständigkeit und Wandel sowohl in der Geschichte der Gemeinde wie auch in der Entwicklung der Musik zu finden seien. Besonders deutlich wurde dies, als das Orchester zunächst Sarabande von Georg Friedrich Händel aus der Epoche des Barock vortrug und anschließend die von Edward Grieg komponierte Sarabande, die zwar die Form des "alten" Tanzes aufgreift, aber dennoch in Gehalt und Charakter neu ist.

Den Kindern war eines der "Kinderstücke" von Felix Mendelssohn Bartholdy gewidmet, eine heitere Musik für Klavier, die in der Fassung für Orchester beschwingt umgesetzt wurde.

Die Orchestermitglieder bildeten anschließend einen Chor und trugen den traditionsreichen Choral "Nun danket alle Gott" in der von Felix Mendelssohn Bartholdy komponierten Fassung (aus "Lobgesang, op. 52") vor. In der ersten Strophe erklang der Choral zart und innig in fünfstimmigem Gesang und wurde in der zweiten Strophe mit wuchtigem Unisonogesang unter virtuoser Begleitung des Klaviers (Lennart Irmer) fortgeführt.

Um Traditionspflege ging es auch bei dem seit Jahrhunderten bekannten "Greensleeves", das als Variationsfolge vorgetragen wurde: zunächst mit Flöten, Gitarren und Bass und dann im Orchestertutti mit wechselndem cantus firmus.

Zu einem der Glanzlichter des Konzertes zählte "Palladio", ein modernes Stück von Karl Jenkins, das auf die im 17. und 18. Jahrhundert beliebte Kompositionsform des concerto grosso zurückgreift. Ein Stück, das mit Struktur und Virtuosität besticht und den Streichern des Gemeindeorchesters mit den Soloviolinen Constantin Brämer und Wiebke Gernhöfer eine absolute Höchstleistung abverlangte.Ein musikalischer Leckerbissen war das "Andante cantabile" für Streichorchester und Cello-Solo von Peter Tschaikowsky. Als Solocellist trat hier Barnabas Irmer (14) an, der bereits Sieger beim Landeswettbewerb "Jugend musiziert" war. Er interpretierte die Solopartie technisch gekonnt und mit der Wärme und Gesanglichkeit, die das Werk verlangt.

Der Abschluss des Konzerts galt wieder den Kindern. Der erste Satz der Kindersinfonie von Edmund Angerer (früher Leopold Mozart zugeschrieben), in der u.a. ein Kuckuck, eine Wachtel und eine Nachtigall erklingen, erfreute aber nicht nur die Kinder unter den Zuhörern. Die Zuhörer bedankten sich mit begeistertem Beifall und animierten das Orchester noch zu einer Zugabe.

P.B.